PsychoPet – Die durchgedrehte Haustierklinik

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Entstehung des Spiels

01Die Idee

Dem Goldsieber Verlag schwebte ein Spiel abseits der klassischen, meist historischen Themen vor. In Gesprächen wurde auch ‚Irrenhaus‘ genannt. Die Vorstellung eines schrägen, nicht ganz ernst gemeinten Themas gefiel uns, jedoch verlagerten wir das Geschehen in eine Tierklinik, da wir kein Spiel um das Leid anderer Menschen machen wollten. Also hatten wird die Idee, dass die Spieler Tierärzte in einer ziemlich verrückten Haustierklinik sein sollten. Die Tiere sollten nicht wirklich krank sein, aber – dank ihrer Herrchen – recht veritable Psychosen haben. Mit allerlei seltsamen Therapien sollten die Spieler die tierischen Patienten heilen.

Die Weiterentwicklung

02Christian entwickelte die Grundspielmechanismen des Spiels, während Knuts Beitrag einsetzte, als der Spielablauf in seinen Grundzügen feststand. So war schnell festgelegt, dass das Spiel aus zwei Phasen bestehen würde: Der ersten Phase, in welcher Karten aufgedeckt und gesichert werden, und der zweiten Phase, in welcher jeder Spieler seine gesicherten Karten für Aktionen einsetzt.

03Für die erste Phase schwebte uns eine Variation des bewährten „Can’t Stop“- Prinzips vor, bei dem aber alle Spieler gemeinsam in das Spielgeschehen eingebunden sind und auch bleiben. Deshalb wird in der ersten Phase Therapiekarte um Therapiekarte aufgedeckt. Mit seiner Doktorfigur kann jeder Spieler die aufgedeckten Karten für sich sichern – denn sobald eine Karte derselben Art ein zweites Mal aufgedeckt wird, endet diese Phase des Spiels sofort. Unsere Idee war, dass die gesicherten Therapiekarten aber nicht nur dem Spieler gehören sollten, der als erster seine Doktorfigur gesetzt hat, sondern allen Spielern. Wer risikoreicher spielt und seine Doktorfigur später einsetzt, sollte mehr Karten nutzen dürfen. Nur wer es verpasst, seine Doktorfigur rechtzeitig einzusetzen, sollte ganz leer ausgehen.

In der zweiten Phase nutzen die Spieler dann die von ihnen gesicherten Therapiekarten, um tierische Patienten zu heilen oder Spielfiguren („Futternäpfe“) in Krankenzimmern auf dem Spielplan zu platzieren, welche in kommenden Runden besondere Aktionen erlauben.

Das fertige Spiel

05Der Goldsieber Verlag hatte von Anfang an eine klare Vorstellung wie das fertige Spiel aussehen könnte. Wir waren begeistert, als der Verlag entschied, dass die Doktorfiguren nicht – wie wir es gedacht hatten – Holzpöppel sein würden, sondern die toll gestalteten und bemalten Figuren, welche im fertigen Spiel enthalten sind.

06Die grafische Gestaltung des Spiels übernahm wieder Christian, die Spielanleitung betreute – wie schon bei Via Romana – der erfahrene Redakteur Reiner Müller. Und so wurde PsychoPet – Die durchgedrehte Haustierklinik im Oktober 2009 auf der Spielemesse in Essen vom Goldsieber- Verlag als Neuheit vorgestellt.

Einige Zeit später gab es eine schöne Überraschung aus Österreich. Nachdem bereits unser Kartenspiel Pecunia non olet von der Wiener Spiele Akademie mit dem Preis Spiele Hit für Familien 2006 und unser Brettspiel Die Säulen von Venedig als Spiele Hit mit Freunden 2007 ausgezeichnet worden war, wurde PsychoPet zum Spiele Hit mit Freunden 2010 gekürt.

 

Spielbeschreibung und Spielmaterial

07In der durchgedrehten Haustierklinik ist wirklich tierisch was los, denn hier haben alle eine Macke: die tierischen Patienten ebenso wie das liebenswert verrückte Klinikpersonal. Versuchen also auch Sie Ihr Glück als Doktor und heilen Sie die großen und kleinen Neurosen der Tiere: Hilft eine Bewegungstherapie dem fresssüchtigen Hamster ? Ist eine Musiktherapie das Richtige für die vegetarische Katze ? Zeigen Sie Ihren Mitspielern, dass Sie mit Mut zum Risiko, der richtigen Taktik und einer Prise Glück das Zeug zum Chefarzt haben …..

2 bis 6 Spieler ab 8 Jahren, 30 bis 45 Minuten

Inhalt: 1 Spielplan, 110 Karten, 6 Doktorfiguren, 30 Futternäpfe, 1 Spielregel.

 

Varianten

Bei der Entwicklung eines Spiels entstehen oft reizvolle Varianten, die aber zumeist keinen Eingang in die Spielanleitung finden, um die Regeln nicht zu umfangreich werden zu lassen. Auf der letzten Seite der Spielanleitung von PsychoPet findet sich die Variante Panische Patienten.

 

Rezensionen zum Spiel

08SPIELPHASE.DE “PsychoPet ist ein lustiges und schräges Familienspiel. […] Die Zeichnungen des Spielplans und der Karten sind genauso gut gelungen wie das Design der Figuren und der Futternäpfe. Der Aufforderungscharakter des Spiels ist dadurch sehr hoch.”

SPIELMONSTER.DE “Gut ist, dass das Spiel recht flott reihum abläuft, ohne dass große Wartezeiten entstehen. […] Die witzige Aufmachung des Spiels trägt auch zum Spielspaß bei. Fazit: PsychoPet ist ein witzig aufgemachtes und gut funktionierendes Familienspiel.”

0910RATGEBERSPIEL.DE “Mit meinen Sieben- und Achtjährigen habe ich “PsychoPet” (übersetzt: Psycho-Haustier) getestet. [….] Die amüsante, verrückte und durchgedrehte Haustierklinik kann ich jedem empfehlen, vorausgesetzt man hat etwas Geduld, sich mit dem Regelwerk zu befassen.”

SPIELKULT.DE “PsychoPet ist ein kombiniertes Karten– und Brettspiel mit einem schönen Taktikfaktor, aber auch einer nicht geringen Glücksabhängigkeit. Das Spielmaterial ist sehr liebevoll gestaltet. Ein echter Hingucker sind die armen verrückten Tiere mit ihren kleinen Macken. [….] Eine Empfehlung geht hier vor allem an Familien, die ein Spiel mit einem außergewöhnlichen Thema suchen. Also nur Mut: Kämpft Euch durch die Anleitung! PsychoPet macht Spaß!”

 

Die tierischen Patienten

11Katia, die vegetarische Katze. Nachdem Katia einige Jahre zusammen mit anderen freigeistigen Katzen in einer Katzenkommune gelebt hatte, veränderte sich auch ihre Einstellung zu Mäusen. Sie sieht in diesen nicht mehr ihr Fressen, sondern Mitgeschöpfe. Leider haben ihre neuen Besitzer einen Bauernhof mit eindeutig zu vielen dieser Mitgeschöpfe und sich daher an die verrückte Haustierklinik gewandt. Vielleicht hilft eine Bewegungstherapie Katias alte Instinkte wieder zu wecken.

12Herrmann, der freßsüchtige Hamster. Ein Urlaub bei seinen Hamsterverwandten in Sibirien scheint Herrmanns Instinkte durcheinandergewirbelt zu haben. Seit seiner Rückkehr bereitet er sich auf einen laaaaangen, harten Winter vor. Doch der wird in der Wohnung seines Herrchens in Wuppertal nicht kommen. Alle Versuche, seine ballonartige Gewichtszunahme zu stoppen, blieben bisher erfolglos, da Herrmann herausgefunden zu haben scheint, wo sein Herrchen das Futter lagert. Und der Kühlschrank ist seit seinem Sibirien- Urlaub ohnehin sein Lieblingsplatz geworden. Eine Musiktherapie in der verrückten Haustierklinik soll ihm nun helfen.

13Hasso, der modegeplagte Hund. In seinen Welpentagen war Hasso ein unbeschwertes, aktives Energiebündel. Seit er jedoch zu seinem äußerst modebewussten neuen Frauchen kam, zeigt Hasso eher Scheu als Interesse gegenüber seinen Artgenossen. Es steht zu vermuten, dass die Ursache hierfür in der bunten Hundekleidung liegen könnte, welche sein Frauchen ihm stets anzieht. Seitdem leidet Hasso merkwürdigerweise auch unter Vergesslichkeit und findet die von ihm vergrabenen Knochen nicht mehr. Ob die für Hasso vorgesehene Farbentherapie beide Symptome kurieren kann ?

14Kuno, das triebgestörte Kaninchen. Über viele Jahre war Kuno der ganze Stolz seines Züchters und heimste unzählige Preise auf Ausstellungen in und um Wanne- Eickel ein. Bis sein Herrchen sich für seinen Rivalen Theo als neuen Zuchtkanickel entschied. Derart unsanft aufs Rammleraltenteil geschoben zu werden, hat Kuno offensichtlich nicht verkraftet und scheint die Zurücksetzung durch einen extrem gesteigerten Rammeltrieb kompensieren zu wollen. Eine Paartherapie in der durchgedrehten Haustierklinik soll Kunos Probleme lösen.

15Sabrina, das schamhafte Schaf. Eigentlich ist die Schur ein normaler Vorgang für alle Schafe – nicht so aber für Sabrina. Dieses schon immer recht zurückhaltende Schaf zieht sich nach jeder Schur schamhaft in die dunkelste Ecke des Stalles zurück und grenzt sich so selbst von der Herde aus. Doch Sabrinas Neurosen scheinen tiefer zu gehen, da sie oft beim Zählen der anderen Schafe beobachtet werden kann – offenbar leidet sie an einem Zählzwang, der dadurch besonders ausgeprägt ist, dass Sabrina sich häufig zu verzählen scheint. Es bleibt abzuwarten, ob eine Bachblütentherapie ihr helfen wird.