Atlantica

Spielbeschreibung und Spielmaterial

Als Leiter von Forscherteams bergen die Spieler die Geheimnisse der versunkenen und nach vielen Jahrhunderten wiederentdeckten Stadt Atlantica aus dem Meer. Der Spielplan zeigt vier Orte, an denen die Schatzjäger Aktionen ausführen können: Den Hafen, das Tauchboot, die Kneipe und die zentrale Forschungsstation. Farbsymbole zeigen jeweils an, wie stark ein Taucherteam sein muss, um an dieser Stelle eine Aktion durchführen zu können. Bei Fahren mit dem Tauchboot sammeln die Spieler so viele Schätze wie möglich vom Grund des Meeres, denn diese bringen am Ende Siegpunkte. In der Kneipe gilt es, Taucher für zukünftige Tauchgänge anzuheuern. Auf den Frachtschiffen im Hafen müssen Container für den Transport der kostbaren Funde zu den Museen der Welt reserviert werden. Mit den vielfältigen Forschungskarten aus der Forschungsstation erlangen die Wissenschaftler neue Erkenntnisse, die ihnen im Spiel hilfreich sein werden oder bei Spielende zusätzliche Siegpunkte erzielen. Doch zieht am Horizont ein Hurrikan auf, so nähert sich die Schatzjagd dem Ende. Dann gewinnt wer die wertvollsten Schätze auf seine Schiffe verladen und das meiste Wissen über Atlantica gesammelt hat.

2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren, ca. 35 Minuten.

Inhalt: 1 Spielplan, 78 Taucherkarten, 57 Schatzkarten, 1 Hurrikankarte, 24 Schiffskarten, 30 Forschungskarten.

 

Entstehung des Spiels

Die Idee

Viel bringt viel – oder doch lieber mit Maß und Ziel ? Bereits seit einiger Zeit hatten wir in Prototypen mit der Idee experimentiert, dass bestimmte Spielaktionen durch das Ausspielen verschieden vieler Karten verschieden stark werden können. Es erschien uns reizvoll, dass der Spieler darüber bestimmen kann, ob er eine Aktion sparsam aber dafür schwächer, oder stärker aber dafür mit größerem Einsatz von Karten ausführen könnte. Der Spieler wäre dadurch „gezwungen“, seinen Zug darauf einzustellen, für wie wichtig er die Stärke einer von ihm geplanten Spielaktion in dem konkreten Moment gerade hält. Als wir von Heraklion lasen, der wiederentdeckten Stadt an der Küste Ägyptens, kam uns die Idee, dass die Tauchexpeditionen zu den versunkenen Ruinen Heraklions genau unserer Spielidee entsprachen. Die Spieler könnten selbst entscheiden, wie tief sie in ihrem Spielzug tauchen wollen: weniger tief mit weniger Karten aber geringeren Erfolgsaussichten oder tiefer hinab ins Meer unter Einsatz von mehr Karten aber mit größeren Chancen auf reichhaltige Schätze. Nach diesem Impuls entwickelten sich die ersten Prototypen von „Ozeania“, wie unser Spiel zunächst hieß.

 

Die Weiterentwicklung

In der Folge wurden einzelne Ideen zu möglichen Aktionen und Karten wieder verworfen, andere vielversprechende Ideen kamen hinzu. Insbesondere feilten wir an der Gewichtung der Spielelemente. So kamen etwa die Forschungskarten erst vergleichsweise spät zum Spiel hinzu, entwickelten sich aber als guter Gegenpol zu den Schatzkarten. Denn es erwies sich, dass die Forschungskarten zurückliegenden Spielern die Möglichkeit geben Siegpunkte aufzuholen, ohne dabei – wie durch das Sammeln von Schatzkarten – das Spielende näher zu bringen. Auch gefiel unseren Testspielern die durch die Forschungskarten hinzugewonnene Abwechslung und Spieltiefe, da diese Karten unterschiedliche Spielstrategien belohnen.

 

Die gemeinsame Arbeit mit Piatnik

Auf der Spielwarenmesse in Essen zeigten wir unseren Prototyp Ursula Privoznikvom österreichischen Spieleverlag Piatnik, der das Spiel gleich sehr gut gefiel. Dies führte schon nach kurzer Zeit dazu, dass wir eine Zusammenarbeit an dem Spiel beschlossen und es zusammen mit Frau Privoznik und dem externen Redakteur Jörg Domberger  weiter entwickelten. Schnell war auch entschieden, dass Christian die graphische Gestaltung des Spieles übernehmen würde und im wahrsten Sinne des Wortes in eine Spielewelt abtauchen konnte. Bereits im Frühjahr 2018 wurde Atlantica  zur Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt, zur Spielemesse in Essen im Herbst 2018 wird es der breiten Öffentlichkeit präsentiert werden.

Rezensionen zum Spiel

REICH DER SPIELE.DE „Dieses Brettspiel habe ich mit verschiedenen Spielern in unterschiedlichen Altersgruppen ausprobiert. Atlantica  besticht dadurch, dass es ein komplexeres Brettspiel ist, bei dem es wichtig ist, sich einzelne Spielzüge zu durchdenken, um sie möglichst effektiv umzusetzen. Dabei ist das Spiel aber nicht so schwierig, dass es für ältere Kinder zu komplex wäre. Die Spielidee aber ist so gut umgesetzt, dass Atlantica  auch spannend für Erwachsene ist. Das macht es für mich zum perfekten Familienstrategiespiel, mit dem ich den ein oder anderen Abend in geselliger Runde ausklingen lassen kann.“

ANGESPIELT.DE „Atlantica  ist ein schönes und gelungenes Familienspiel, das einerseits klassisch-traditionell illustriert ist und andererseits die neueren Mechanismen der Aktionsmöglichkeiten eingebaut hat. Somit handelt es sich quasi um ein neo-klassisches Familienspiel mit moderneren Prinzipien. Diese Kombination hat Piatnik richtig gut hingekriegt und ein Brettspiel herausgebracht, das dem Zielpublikum viel Freude bereitet. Das Sammeln von punkteträchtigen Kartenkombis ist zwar leicht zugänglich, aber trotzdem werden dabei die kleinen grauen Zellen gefordert. Sicherlich spielt auch das Glück eine gewisse Rolle, aber für ein Familienspiel hat Fortuna einen relativ geringen Anteil. Das A und O des Spiels ist natürlich der optimale Einsatz der Handkarten. Diese optimale Nutzung zu erkennen bereitet viel Spielspaß, und auch am Wiederspielreiz gibt es nichts zu bemängeln. Atlantica  ist eine richtig gute Veröffentlichung, die allen moderneren Familien weiterempfohlen werden kann. Und sobald die Sprösslinge ein paar Partien gespielt haben, kann das Ganze auch von reinen Kinderrunden bewältigt werden.“

SPIELEJOURNAL.AT „Ein super Familienspiel, nur mit Karten wird die Story sehr gelungen umgesetzt, das Dilemma der aktuell nötigsten oder günstigsten Kartenkombination hält die Spannung aufrecht!“

LOKALKOMPASS.DE „Atlantica  ist ein tolles Spiel, um Kinder und Wenigspieler an Strategiespiele heranzuführen, da der Spielmechanismus wirklich eingängig ist.“

SPIELETEST.AT „Atlantica  ist ein Tausch- und Sammelspiel für die ganze Familie. Es zeichnet sich vor allem durch eingängige einfache Regeln, optisch sehr ansprechendem Material und einem gelungenen Mix aus Glück und Taktik aus. Der optimale Einsatz der eigenen Handkarten ist hier der Schlüssel zu Sieg und Niederlage. Die Spielidee bringt zwar nicht unbedingt etwas innovativ Neues, funktioniert aber tadellos und kann von der ganzen Familie mühelos umgesetzt werden. Wer sein Kartenmanagement am besten im Griff hat, dazu noch ein wenig Glück beim Kartennachziehen hat, der wird am Ende als Sieger vom Tisch aufstehen. Atlantica  ist ein solides Spiel vor allem für Gelegenheitsspieler, die es nicht so mit taktischer Tiefe haben.“

SPIELKULT.DE „Das ist ein richtig schönes Familienspiel“ lautete immer wieder das Urteil meiner Mitspieler nach unseren Testrunden. Und das trifft es genau. Atlantica  kommt dabei zunächst einmal eher klassisch daher. Karten ausspielen für Aktionen, Set Collecting, ein paar Zusatzkarten für Siegpunkte am Ende, kennt man. Aber dennoch wirkt das Spiel nicht altbacken. Der Mechanismus, mit bestimmten Farbkombinationen Aktionen auszuführen und diese verstärken zu können, je mehr Karten man opfert, ist einfach, aber trickreich. […] Atlantica  richtet sich vor allem an Familien und an Gelegenheitsspieler, hier kam das Spiel in unseren Testgruppen ausgesprochen gut an (8 Kultpunkte). Vielspieler fühlen sich aber nicht unterfordert. Für eine lockere Zwischendurch-Runde waren auch sie stets für eine Runde Atlantica  zu haben (7 Punkte).“

BRETTSPIELBLOG.CH „Atlantica  ist ein richtig schönes Familienspiel: Angemessene Spieldauer, gute Spielanleitung, direkte Aktionen, die doch ein wenig Kartenmanagement erfordern. Es ist ein Kartensammelspiel im klassischen Sinn mit vielseitigen Tauschmöglichkeiten. Wirklich neu ist die Spielidee insgesamt nicht, aber sie funktioniert gut und läuft rund.“

HORSTSPIELT.ERF.DE „Insgesamt finde ich die Spielidee von Atlantica   originell und plausibel. Die Gestaltung des Spiels gefällt mir ausgesprochen gut, weil äußerst ansprechend. Das Material ist super. Bei Atlantica  ist alles durchdacht und die Abläufe funktionieren einwandfrei und sind austariert. Vielspielern mag vielleicht das gewisse Etwas fehlen; auch, weil das Spiel keine neuen Ideen oder Mechaniken bietet. Mir fehlt in dieser Hinsicht nichts. Ich brauch auch nicht immer was Neues. Atlantica  ist ein schönes, rundes, leichtes Familienspiel mit einem coolen Thema.“

THE BOARDGAMEJOURNAL.COM „Atlantica  ist einfach zu spielen, aber nicht einfach zu gewinnen. Der Spielmechanismus ist zwar in zwei Minuten erklärt, man muss sich allerdings gut überlegen, was man auf dem Spielbrett so treibt. […] Es gab keinen der insgesamt 12 Spieler und Spielerinnen, die das Spiel schlecht fanden. Ganz im Gegenteil: Die meisten Spieler waren sofort bereit, bei einer späteren Partie nochmal mitzuspielen. Ein Punkt, der klar für Atlantica  spricht. Atlantica  überzeugt auch ohne eine Kiste voll Spielmaterial und ist für meinen Geschmack das beste Spiel des Verlages in den letzten Jahren.“

Heraklion – Die versunkene Stadt

500 vor Christus war die Hafenstadt Heraklion ein wichtiges Handelszentrum, denn Schiffe, die Nil und Mittelmeer befahren wollten, mussten hieran vorbei. Mit seinem Reichtum entwickelte Heraklion sich auch zu einem bedeutenden religiösen Zentrum, da Pilger herbeiströmten, um die Tempel zu sehen und zu den Göttern zu beten.

Lange Zeit war die Existenz Heraklions nur aus antiken Texten bekannt, in denen die Stadt beschrieben war. Jedoch fehlte es an Belegen über den genauen Ort und den Verbleib der versunkenen Stadt. Erst im Jahr 2000 gelang dem französischen Unterwasserarchäologen Franck Goddio bei der Untersuchung der einige Kilometer entfernten antiken Hafenstadt Kanopus der Fund Heraklions. Bei den anschließenden Tauchgängen fanden Forscher Granitstatuen eines Königs, einer Königin und des Fruchtbarkeitsgotts Hapi, welche mit fünf Metern Höhe die größte je gefundene freistehende Götterstatue Ägyptens ist. Die Taucher setzten riesige Unterwassersauger ein, um den Sand zu entfernen und auch kleine Fundstücke wie Kelche oder Statuen zu finden. Aus der Inschrift eines Schreins im Tempel des Gottes Amun-Gereb ließ sich schließlich der Beweis führen, dass es sich tatsächlich um die Stadt handelte, welche die Griechen Heraklion und die Ägypter Thonis nannten.

Die weiteren Forschungen ergaben, dass der Untergang der reichen Stadt überraschend gekommen sein muss, denn die Unterwasserarchäologen entdeckten nicht nur Mauerreste von Wohngebäuden und Tempeln, sondern auch Schmuck und Münzen, ein Zeichen dafür, dass die Bewohner keine Zeit hatten, ihre Besitztümer in Sicherheit zu bringen. Anhand der Fundstücke, von denen keine aus der Zeit nach dem achten Jahrhundert nach Christus stammten, ließ sich belegen, dass Heraklion zu jener Zeit im Meer versunken sein muss, zu einer Zeit also, als nicht weit entfernt mit Alexandria bereits eine andere Küstenstadt zur Metropole aufgestiegen war. Die Unterwasserforscher nehmen an, dass sie bisher gerade einmal fünf Prozent der Schätze Heraklions geborgen haben, während der Rest noch heute versteckt am Meeresgrund liegt.