Akkon – Machtkampf der Tempelritter

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Entstehung und Hintergrund des Spiels

01Ein Burgfräulein zu beeindrucken – mit Minnesang und Ritterskunst, das war unsere ursprüngliche Spielidee zum späteren „Akkon – Machtkampf der Tempelritter“. Auch wenn sich die Spielgeschichte weg von den Burgen des Abendlandes immer mehr zu den Wirren der Kreuzzüge im Morgenland bewegte, sind wesentliche Elemente des Spielablaufes doch gleichgeblieben. Von Beginn der Spielentwicklung an ging es darum, durch geschickten Einsatz seiner Ritter Aktionskarten zu erwerben, welche dann – im rechten Zeitpunkt eingesetzt – ihren Besitzern Gold und Macht bescheren. Mit den eigenen Rittern galt es umsichtig zu haushalten, da die zum Erwerb der Karten erforderlichen Ritter zum Ausspielen der Karten nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Die Ritter sollten unterschiedliche Eigenschaften haben, um die Spieler auf diese Weise vor die Entscheidung zu stellen: “Nutze ich die besondere Eigenschaft des Ritters oder verwende ich ihn nur zum Ausspielen einer Karte ?” Und so erforderte die Entwicklung und das Ausbalancieren der Eigenschaften der Ritter und der einzelnen Aktionskarten den größten Aufwand bei der Spielentwicklung.

02Bald zeigte sich, dass unsere Testspieler sich mit Minnesang und anderen schönen Ritterskünsten nicht recht locken ließen: “Macht halt was Richtiges mit Rittern !” hieß es. Da auch der Goldsieber- Verlag für das in den Jahren zuvor populäre Thema der Tempelritter zu erwärmen war, wurde „Akkon – Machtkampf der Tempelritter“ im Februar 2007 auf der Nürnberger Spielwarenmesse – 716 Jahre nach der Eroberung der Kreuzfahrerstadt Akkon im Main 1291 und dem endgültigen Ende der Kreuzzüge – als neuestes Goldsieber- Spiel vorgestellt.

 

Spielbeschreibung und Spielmaterial

03Akkon 1189 A.D. Seit Wochen belagern Kreuzfahrer die Hafenstadt im Heiligen Land. Da erschüttert der Tod ihres Großmeisters die Ritter des Tempelordens, die sich ebenfalls unter den Belagerern befinden. Einen Nachfolger für den Großmeister zu finden, fällt in dieser Lage schwer und so entbrennt ein Machtkampf der Tempelritter.

Die Spieler übernehmen die Rolle von Würdenträgern des Templerordens zur Zeit des Dritten Kreuzzuges im Heiligen Land. Sie bemühen sich, die Macht ihres Ordens auszubauen, Gold und Ansehen der Templer zu mehren und den Glauben im Heiligen Land zu verbreiten. Den Fähigsten unter ihnen wird das Wahlgremium des Templerordens zum neuen Großmeister bestimmen.

Jedem Spieler stehen pro Runde 7 Tempelritter zur Verfügung. Diese müssen die Spieler geschickt einsetzen, um Stadtkarten zu ersteigern, sie auszuspielen und durch das Ausspielen Gold, Glaube, Macht und Ansehen des Templerordens zu mehren. Die Stadtkarten sind je nach Spielsituation von unterschiedlicher Stärke, es gilt also abzuschätzen, welche Karte ein hohes Gebot lohnt und wann der beste Zeitpunkt zum Ausspielen welcher Karte ist. Außerdem ist zu beachten, dass zum Bieten eingesetzte Tempelritter zum Kartenausspielen nicht mehr zur Verfügung stehen. Wer geschickt agiert, erhält zusätzliche Privilegien, die ihm helfen, seine Ziele zu verwirklichen. Nur wer seine Möglichkeiten nutzt und seine Gegenspieler im Auge behält, wird am Ende siegreich sein.

2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren, 45 bis 90 Minuten

Inhalt: 1 Spielplan, 87 Spielkarten, 56 Holzteile,1 Spielregel.

 

Varianten

Auf der letzten Seite der Spielanleitung von „Akkon – Machtkampf der Tempelritter“ findet sich bereits eine Kurzspielvariante. Die folgende Variante kann bei interessierten und erfahrenen Spieler für zusätzlichen Spielspaß sorgen.

Echter Einfluss

05(Mit dieser Variante wird das Spiel “ruhiger”, da die Spieler ihre Wertungsmarker gegen die negativen Auswirkungen der Stadtkarten anderer Spieler schützen können.)

Jeder Spieler erhält 4 nicht zu große Spielsteine (am besten Würfel mit 10 mm Kantenlänge) in seiner Farbe. Dies sind die sogenannten Wertungsblocker jedes Spielers. Wer in der Kartenrunde am Zug ist, kann einen seiner Wertungsblocker auf ein Feld des Spielplans setzen oder versetzen – und zwar genau 1 Feld hinter seinem jeweiligen Wertungsmarker (also z.B. auf das Feld „Glaube 4“, wenn der Wertungsmarker auf dem Feld „Glaube 5“ steht). Dafür muss der Spieler 2 seiner Tempelritter auf das Bietfeld einer beliebigen Stadt setzen. Der Wertungsmarker eines Spielers darf durch Stadtkarten nicht auf ein geringwertigeres Feld als das des Wertungsblockers gezogen werden.

 

Wissenswertes zu den Kreuzzügen im Heiligen Land

06Im Jahre 1187 fügte Sultan Saladin den Kreuzfahrern in der Schlacht bei Hattin eine schwere Niederlage zu und eroberte in der Folgezeit viele von den Kreuzfahrern besetzte Städte im Heiligen Land wieder zurück. Geschockt vom Verlust solch bedeutender Städte wie dem als heilige Stadt verehrten Jerusalem und der bedeutenden Hafenstadt Akkon rief Papst Gregor VIII. zum Dritten Kreuzzug und zur Rückeroberung der verlorenen Städte auf. Als er kurz darauf verstarb, war es sein Nachfolger Papst Clemens III., der den Kreuzzugseifer weiter entfachte. Zahlreiche Fürsten und Könige – darunter König Philipp II. August von Frankreich, König Leopold V. von Österreich, König Richard Löwenherz von England und auch Kaiser Friedrich I. Barbarossa – machten sich mit ihren Heeren auf ins Heilige Land.

Bald begann die Belagerung der Stadt Akkon, an der auch hunderte Tempelritter beteiligt waren. Akkon war stark befestigt und wurde von einer großen Garnison verteidigt. Die Belagerung verlief für die christlichen Heere wenig erfolgreich und die Muslime, welche von Saladin über das Meer mit Nachschub versorgt wurden, unternahmen immer wieder Ausfälle. Bei einem solchen Gegenangriff der Verteidiger wurde der Großmeister der Tempelritter, Gérard de Ridefort, im Kampf getötet. Es dauerte – wohl angesichts der schwierigen Lage – ungewöhnlich lange, bis das Wahlgremium des Templerordens mit Robert de Sablé einen neuen Großmeister bestimmt hatte. Akkon wurde schließlich im Jahre 1191 von Richard Löwenherz erobert und zur Hauptstadt des Königreichs Jerusalem gemacht.

07Doch 100 Jahre später, am 12. August 1291, fiel Akkon, die letzte Stadt der Christen im Heiligen Land, zurück in die Hände der Muslimen. Das Zeitalter der Kreuzzüge neigte sich damit unwiederbringlich dem Ende entgegen. Nach Jahrzehnten, in denen sie die Geschichte mitgeprägt, neben weltlichen Fürsten um Macht und Einfluss in den eroberten Gebieten gerungen hatten, verließen auch die Tempelritter das Heilige Land.